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Königsdisziplin Patent Verwertung

das war das Thema unseres Sektionstreffens am 31. Juli. Unser Referent, Dipl..Ing. Helmut Jahnke, Leiter des Stuttgarter Informationszentrums Patente, hat es wieder verstanden, in 46 Folien die ganze Breite dieser so wichtigen Disziplin mit uns durchzuarbeiten. Nicht nur theoretisch, sondern auch mit der Vorführung einiger markanter Erfindungen, die gerade hier im PIZ in den letzten Jahren angemeldet worden sind. Dabei führte er uns bei jedem Fall auf die entscheidenden Fragen für den Erfinder: Wem biete ich das an? Wie biete ich es an? Zu welchem Zeitpunkt ? Denn der ist oft entscheidend bei der Vergabe von Fördergeldern. Siehe z.B. die Bedingungen bei SIGNO oder KMU-Patentaktionen. Die Wichtigkeit und Interpretation einer Eingangsbestätigung für eine Patentanmeldung wurde betont. Wie gut, dass wir hier im Stuttgarter PIZ einen „verlängerten Arm des Patent- und Markenamts“ in München haben. Dort gibt es die Erfinderberatung seit 1908, verkündet im Gewerbeblatt aus Württemberg. Da hieß es noch Königliche Zentralstelle für Gewerbe und Handel. Daher der Ausdruck Königsweg? Großen Beifall erhielt Helmut Jahnke von unserem Auditorium als er betonte: „Die Erfinder-Persönlichkeit ist entscheidend“. Da kann man sich nicht hinter noch so smarten Verwertern verstecken, da muss man bei der richtigen Gelegenheit selbst auftreten und einen „Elevator Pitch“ abfeuern, d.h. eine mitreißende Präsentation in der kurzen Zeit einer Fahrstuhlfahrt (ca. 30 Sekunden) durchführen. Überhaupt wurde das Thema Verwerter kontrovers diskutiert. Vielen wurde da klar, welchen Vorteil ein angestellter Entwickler/Erfinder in einer Firma mit disziplinierten Fachteams, guten Patentanwälten und einem eigenen Produktions- und Marketing- Sektor bei der Verwertung eines Patents hat. Der Gedanke, ob man im DEV diese optimale Struktur durch gezielte Kooperationen erreichen könnte, ist schon gekommen („Mitglieder helfen Mitgliedern“). Helmut Jahnke ging deswegen ausführlich auf Fragen zum ArbEG ein. „Rechte an einer Diensterfindung“ und „Vergütung“ waren wichtige Diskussionspunkte. In dem Zusammenhang wurden auch die Hochschulerfindungen besprochen. Allgemein muss man bei der Verwertung 3 Erfindungsarten unterscheiden:

  • Arbeitnehmererfingungen

  • Hochschulerfindungen

  • Eigene Verwertung 

Dabei kommt es auf die Breitenwirkung an. Vorgestellt wurden 5 Formen, um eine Breitenwirkung zu erzielen:  

  • (Internet-)Börsen

  • Erfindermessen

  • Wettbewerbe

  • Patentverwerter

  • Patentfonds

  • Gezielte Ansprachen (direkt) 

Man sollte sich sehr genau überlegen, wer bei welcher Form wirklich verdient. Manchmal sind es nur die „Textumsteller“ einer Börse. Aber auch die Verdiener bei großen Erfindermessen sind überschaubar und oft gar nicht die Erfinder. Auf die Frage, wer denn von unseren echten Erfindern, nicht Verwertern, auf der iENA oder gar der Inventions de Genève den großen Durchbruch erlebt hat, gab es sehr kritische Stimmen im Auditorium. Interessant war die Vorstellung von Patentfonds, wie z.B. der Alpha Patentfonds Management GmbH und anderen. Auch die Wirkung und der Erfolg von Erfindungen bei einschlägigen Wettbewerben wurde ausführlich anhand von Beispielen dargestellt. UNSER Artur Fischer Erfinderpreis hat viele wertvolle Erfindungen und Beispiele für Verwertungen gebracht. Deshalb füge ich hier gleich den Link für die Bewerbung dazu bei. Aber hurtig! http://www.bwstiftung.de/fileadmin/Programme_Projekte/Downloads/Forschung/Wissenschaft_OEffentlichkeit/2015-AFE_Ausschreibungsunterlagen.pdf

 

Helmut Jahnke erinnert an verschiedene Preisträger und deren Verwertungsstrategien. Unvergesslich bleibt der Fertig-Wadenwickler, ein Schelm, wer an Pampers denkt, und an den lageenergiespeicher von Prof. Heindl aus Furtwangen. Aber nicht nur die vielen Preisträger waren erfolgreich, sondern auch die Träger von Anerkennungen, wie z.B. „die grille“, einer auf einen Ast aufsteckbaren Grillgabel. Im auditorium wurden Rufe laut wie: „ja, da könnte ich ja auch meine praktische Bettdecke patentieren“. Helmut Jahnke hat mit seinem Referat damit eine fruchtbare Aufbruchsstimmung erzeugt. So manche Erfinderin/Erfinder konnte gar nicht schnell genug in die Werkstatt kommen.

 

Vielen herzlichen Dank sagen wir vom DEV an Helmut Jahnke für sein umfassendes, hoch motivierendes Referat zur Königsdisziplin.

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Werner Ruppert, DEV Sektionsleiter Stuttgart



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