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The Roaring Twenties

Da war wieder das Feeling der Roaring Twenties. Mit Stücken wie „Ain’t she sweet…” entführte uns Dr. Karl-Anton Starz aus Frankfurt/Main schlagartig in die wohl bewegendste Zeit des vorigen Jahrhunderts. Die Zeit mit großen Entdeckungen wie Fernsehen, Insulin, Penicillin, Quantenmechanik, Schrödinger-Gleichung, Heisenbergsche Unschärferelation, Einstein, Fließbandmontage.

Da kommt plötzlich die kleine amerikanische Firma Bacon & Day mit Patenten auf den Markt, die in die Kategorie Musik gehören, nämlich mit Banjo Patenten. Und zu welchen Preisen! Damals kostete ein FORD Modell A 386 US $ "Tin Lizzy", dagegen das patentierte B&D Silver Bell Banjo Plus Ultra 900 US $. Heute unvorstellbar. In Manhattan gab es in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts allein 400 Kneipen, in denen mit den Banjos hauptsächlich Tanzmusik aufgespielt wurde. Der Banjo Hype war mit der Weltwirtschaftskrise 1929 zu Ende. Umso interessanter ist die Erfolgsgeschichte mit den in dieser Zeit angemeldeten Patenten zu betrachten.

Vor der technischen Seite her und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolg. Das hat Herr Dr. Starz sehr sorgfältig recherchiert, und für uns Patentler beeindruckend vorgetragen. Von den Basics (Was ist ein Patent, warum patentieren, Patentgebühren, was ist eine Erfinderische Tätigkeit, usw.) bis hin zur Geschichte des Tenor-Banjos.

 

Herr Dr. Starz hat die authentischen, heute sehr wertvollen patentierten Instrumente mitgebracht, so dass wir den Stand der Technik anschaulich, vor allem akustisch hören und sehen konnten. Da lagen Welten zwischen dem Vorläufer Bacon „Style C“ Open-Back Modell Banjos, Baujahr 1923 ohne Ton Ring, Fell direkt auf dem Kesselrand, bei dem der Ton in der Kleidung des Spielers versank, und den smarten „Upgrades“ aus den Folgepatenten „Montana Silver Bell #3 Special“ mit doppelt perforiertem „ventilated tone ring“, glockenförmigem Resonator mit Schall-Löchern einem extra patentiertem B&D Soft Pedal (US1,800,588) und natürlich den Oettinger Saitenhalter. Und das virtuos von Herrn Dr. Starz gespielt.

Da begreift man, welche Ausstrahlung solche Präzisions-Instrumente auf die Zuhörer hatten. Hot Jazz vom Feinsten. Gerne wurden diese Instrumente auch von den schicken Musikerinnen gespielt, wie ein Foto aus der Bacon Family Erfolgs Geschichte beweist. Weißes, kurzes Tüllkleid, dazu Kapotthut. Ebenso wie die US Cowboys mit Stetson und „his deadly 44“ Colt an der Hüfte.

Dieser gelungene Patent Abend wurde abgerundet durch einen gemeinsamen Jam: „When the saints go marching in“. Danke, Herr Dr. Starz für den gelungenen Abend. Wir freuen uns schon auf Ihren nächsten Auftritt im Stuttgarter PIZ (Patent-Informationszentrum) im April 2014.

 



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