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Vom Hula Hoop Reifen zum patentierten Isoversiometer

Einige DEVler von unserer digitalen Generation waren platt und hell begeistert. „Analoge High Tech?!?!? Das ist genial“, rief Wolfgang spontan, und alle stimmten ihm zu.

Was Dorothee Geiser, in St. Gallen ausgebildete Diplom-Orthoptistin (SOG) uns da präsentierte, ja ein richtiges Seminar mit uns durchführte, war ein 360° Erlebnis. Wie in einer guten Patentschrift führte sie uns erst in die Problemstellung ein.

Die Orthoptik ist ein spezielles Gebiet der Augenheilkunde. Die Orthoptistinnen arbeiten zusammen mit Augenärzten in Praxen oder orthoptischen Abteilungen von Kliniken und Reha-Einrichtungen. In ihrem Fachgebiet geht es rund um die Untersuchung und Behandlung des ein- und beidäugigen Sehens, Schielerkrankungen, Augenbewegungsstörungen und Doppelbilder. Sie führte uns in das State of the Art in der Blickfelduntersuchungen ein, mit großen Tangenten-Tafeln nach Harms, Hess und Helmholtz, und zeigte uns auch das aufwendige Synoptometer nach Cüppers mit teurer schwerer Optik und ‘zig Knöpfchen zum Justieren und Ablesen. Natürlich mit dem obligaten elektrischen Stecker.

Deshalb kam Frau Dorothee Geiser vor einigen Jahren die Idee mit dem Hula-Hoop Reifen. Schon der erste Prototyp ihres Isometers 1999 sah gegenüber den klobigen Vorgänger-Geräten fein und filigran aus. Kein Stecker, keine raumgreifenden Installationen. Es hatte mehr Ähnlichkeit mit einem sommerlichen Strohhut. Dabei hat ihr patentiertes Isoversiometer die ganze Palette von diagnostischen Möglichkeiten, die nötig sind, um augenkranken Menschen damit gezielt zu helfen. Dazu gehört die Bestimmung des Fusions-Blickfeldes, der monokularen Exkursionsfähigkeit und der Kopfneigung. Und das ist auch bei Schielen einsetzbar, einfach schnell und vor allem orts- und stromunabhängig. Nachzulesen in www.isoversiometer.com

Hochinteressant für Fachkollegen ist auch die Patentschrift DE 100 37 375 C 2. Der Clou ist, dass auf Grund der präzisen Messungen der Orthoptistinnen ein zielgerichtetes, wirksames Augen-Training eingeleitet werden kann, das häufig Augen-Operationen erübrigt. Dorothee Geiser hat mit uns ein regelrechtes kleines Augen-Training-Seminar durchgeführt. Da kamen für uns völlig überraschende Bilder zustande wie „Der springende Daumen“ oder das „Schwebende Würstchen“. Manch einer erfuhr von seinem versteckten Schielen nach außen und wird nun in Zukunft nach dem Zähneputzen ein kleines Augenmuskeltraining durchführen.

Doch sachte, zu viel des Guten macht Augenmuskelkater!

Ein durch und durch gelungener DEV Sektionsabend.

Vielen, vielen Dank Frau Dorothee Geiser.

 



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